Unsere Angebote

Gewaltschutzberatung

Gewalt gegen Frauen ist auch heute noch ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft und kein individuelles Problem oder Schicksal einzelner Frauen. Um dem entgegenzuwirken hat der Rat der europäischen Union im Jahr 2011 die sogenannte Istanbul-Konvention beschlossen. Deutschland hat diese im Jahr 2017 ratifiziert und in geltendes Recht umgewandelt. Denn auch für Deutschland gilt: Jede dritte Frau hat schon einmal Gewalt in der ein oder anderen Form erfahren (müssen).

Gewalt hat viele Gesichter, zumeist werden mehrere Formen der Gewalt in unterschiedlicher Ausprägung ausgeübt:

Häusliche Gewalt

 Häusliche Gewalt ist Gewalt, die in der Ehe, Partnerschaft oder Familie stattfindet. Sie wird zumeist in der eigenen Wohnung ausgeübt, die so ihre Bedeutung als Ort von Sicherheit und Geborgenheit verliert. Gewalt dient hier dazu, die andere Person in eine schwächere Position zu bringen und die eigene Machtposition zu erhalten oder auszubauen. Alle Personen, insbesondere Kinder, die gemeinsam mit der gewaltausübenden Person in häuslicher Gemeinschaft leben, müssen als Opfer der Gewalt betrachtet werden.

(In Fällen häuslicher Gewalt hat die Polizei das Recht, die gewaltausübende Person der Wohnung zu verweisen und eine Rückkehr für eine bestimmte Zeit zu verbieten (§ 34a PolG NRW))

Sexualisierte Gewalt

Sexualisierte Gewalt ist eine Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung. Dazu gehören alle sexuellen Handlungen, zu denen Betroffene gegen ihren Willen direkt oder indirekt gezwungen werden: Nötigung, Vergewaltigung, sexuelle Belästigung, Zwang zur Prostitution …

Physische Gewalt

Zur physischen Gewalt zählen alle Formen von Gewalt, die körperliche Verletzungen verursachen können: Stoßen, Packen, Schütteln, Ohrfeigen, Fußtritte, Faustschläge, Würgen, mit Gegenständen oder Waffen drohen oder verletzen …

Psychische Gewalt

Psychische Gewalt zielt ab auf die Verletzung der seelischen Gesundheit z.B. durch verbale Gewalt, Schuldzuweisungen, Erniedrigungen, Belästigung, krankhafte Eifersucht, Kontrolle, Einsperren, Isolation, Drohungen (Kinder entführen; Selbstmord androhen, Drohungen dem Haustier etwas anzutun, etc.), Gewalt gegen Gegenstände …

Ökonomische Gewalt

Ökonomische Gewalt bedeutet Betroffene in finanzieller Abhängigkeit halten, Berufstätigkeit oder Bildung/Ausbildung verhindern, Geld willkürlich zuteilen oder vorenthalten …

Digitale Gewalt

Der Begriff „digitale Gewalt“ bezeichnet alle Formen von Gewalt, die sich digitaler Medien bedienen, sowie Gewalt, die im digitalen Raum stattfindet. Sie ereignet sich dort, wo Menschen online kommunizieren. Das kann in Chats, Foren, Messenger-Apps oder sozialen Netzwerken, per E-Mail, oder SMS geschehen. Digitale Gewalt ist oft die Fortsetzung der Gewalt aus der physischen Welt. Auch digitale Gewalt hat viele Formen, dazu gehören: Cybermobbing, Cyberstalking, Diskriminierung, Verbreitung von intimen Fotos oder Videos, Zusenden von sogenannten Dickpics, Hasskommentare, Hetze, Identitätsmissbrauch und -diebstahl, Rufschädigung …

Sie haben das Recht auf ein gewaltfreies Leben!

Für alle Formen der Gewalt gilt:

Sie sind durch nichts zu rechtfertigen und strafbar (§223 StGB, §1 ff GewSchG).
Der Täter ist für seine Gewalthandlung alleine verantwortlich.

Wenn Sie sich von einer der oben beschriebenen Formen der Gewalt betroffen fühlen oder Vergleichbares in Ihrem Umfeld beobachten und nicht wissen, ob und wie Sie helfen können, können Sie sich an uns wenden.

Bei uns erhalten Sie Informationen darüber, welche Rechte Sie haben, welche Formen der Hilfe und des Schutzes Sie von der Polizei bekommen können und was Sie selbst zu Ihrem Schutz tun können.

Wir beraten und unterstützen Sie bei der Bewältigung der erlebten Gewalt und entwickeln gemeinsam mit Ihnen Perspektiven für sich und ihre Kinder.

Wir informieren Sie auch darüber welche Möglichkeiten Sie haben, wenn Sie Gewalt beobachten oder vermuten und helfen möchten.

Bei akuter Bedrohung durch häusliche Gewalt oder sexuelle Übergriffe wenden Sie sich bitte an die

Frauenhausberatungsstelle zum §34a
Tel:      02381/53061
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  

oder an die

Opferschutzstelle der Polizei
Tel. 02381/9163550

In Fällen häuslicher Gewalt hat die Polizei das Recht, die gewaltausübende Person der Wohnung zu verweisen und eine Rückkehr für eine bestimmte Zeit zu verbieten (§ 34a PolG NRW))

Erstgespräche

Im Erstgespräch erhalten Sie einen ausführlichen Überblick über die unterschiedlichen Angebote unserer Einrichtung.
Neben Beratung und Therapie können dies in begründeten Fällen auch zeitnah stattfindende Krisengespräche sein.

Bei akuter Bedrohung durch häusliche Gewalt oder sexuelle Übergriffe können Sie sich auch an die

Frauenhausberatungsstelle
Tel: 02381/53061
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

oder an die

Opferschutzstelle der Polizei
Tel. 02381/9163550

wenden.

Psychologische Beratung

In einem Beratungsprozess können Sie sich mit unserer Unterstützung mit konkreten Fragestellungen oder anstehenden Entscheidungen auseinandersetzen.

Das können z.B. sein:

  • Partnerschaftsprobleme
  • Berufliche Probleme
  • Erziehungsprobleme

In Abgrenzung zu einer Psychotherapie werden in einer Beratung eher konkrete Fragestellungen und begrenzte Problemstellungen betrachtet und bearbeitet  und weniger grundsätzliche Konflikte und deren biographischer Kontext.

Psychotherapie

Einzeltherapie

In einer Einzeltherapie bieten wir Ihnen einen geschützten und wertschätzenden Rahmen für eine prozessorientierte Auseinandersetzung mit Ihren Lebensthemen.

Wir unterstützen Frauen dabei, sich im therapeutischen Prozess ihrer Stärken und Ressourcen bewusst zu werden, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen und einen selbstbestimmten Weg der Lebensgestaltung zu finden.

Seit 1991 besteht ein besonderes therapeutisches Angebot für Frauen, die als Kinder oder Erwachsene Opfer sexualisierter Gewalt geworden sind.

Gruppentherapie

Das fortlaufende Gruppentherapie-Angebot ist seit mehr als 20 Jahren fester Bestandteil des Frauenberatungs- und Therapiezentrums Hamm.

Über die Dauer eines Jahres finden in einer gleichbleibend zusammengesetzten Gruppe wöchentlich zweistündige Sitzungen statt. Daneben beinhaltet das Angebot zwei ganze Samstage und ein gemeinsames Wochenende (Fr-So) in einem Tagungshaus.

Der konzeptionelle Rahmen der Gruppe bietet den Teilnehmerinnen einen verlässlichen Boden, auf dem ihre Kontakt- und Handlungskompetenzen erweitert werden können.

Dysfunktionale soziale Verhaltensmuster werden im direkten Kontakt schnell deutlich und neue unterstützende Sichtweisen und Perspektiven können ausgetauscht, erprobt und integriert werden.

Der Teilnahme an dieser Gruppe gehen einige Vorgespräche voraus, in denen die Rahmenbedingungen für dieses spezielle Therapieangebot ausführlich besprochen werden.

Eine gesonderte Anmeldung hierfür ist jederzeit möglich.

Psychologische Beratung/Coaching für MitarbeiterInnen in der Arbeit mit weiblichen Flüchtlingen

Das Beratungsangebot richtet sich an MitarbeiterInnen, die in der Arbeit mit geflüchteten und/oder zugewanderten Frauen haupt- oder ehrenamtlich tätig sind.

In einer Einzelberatung bieten wir einen geschützten Rahmen, um über Fragen, die sich im Kontext von Flucht und Trauma ergeben, zu sprechen.

Wir unterstützen Sie bei der Suche nach individuellen Lösungs- und Entlastungswegen.

Inhalte der Beratung können sein

  • Selbstfürsorge (Wie setze ich Grenzen? Übergang Arbeit/Freizeit),
  • Umgang mit belastenden Bildern in der Arbeit,
  • Rollenverständnis,
  • Traumasensibles Arbeiten (Was ist hilfreich? Was sollte ich vermeiden?),
  • Besondere Situation von Frauen vor, während und nach der Flucht.

Darüber hinaus informieren wir über Fortbildungen, Fachliteratur und Übungen zu den Themen "Selbstfürsorge" und "Flucht und Trauma".

Diese Projektstelle ist zur Zeit vakant.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an das Frauenberatungs- und Therapiezentrum.